Beratung & Coaching für Menschen mit der Diagnose Zöliakie

Fenja Leib

Glutenfrei.bewusst.leben

Acht Fragen an Fenja Leib

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Fenja, was ist Dein Business und wie ist die Idee dazu entstanden?

Stell dir vor, ein einziger Krümel Gluten kann deinen ganzen Alltag aus dem Gleichgewicht bringen. Du bist auf einer Hochzeit eingeladen, alle sitzen mit vollen Tellern am Tisch, essen fröhlich und du bist die Person, die erst einmal leer ausgeht, nachfragen muss oder sich unsicher fühlt, ob das Essen wirklich sicher glutenfrei ist. Solche und ähnliche Situationen erfahren rund 1 Millionen Menschen in Deutschland, Dunkelziffer bei 80-90%. Genau solche Situationen zeigen, dass Zöliakie viel mehr ist als einfach nur ein Ernährungsthema. Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung und die einzige Therapie ist aktuell eine lebenslang strikt glutenfreie Ernährung.Ich begleite Menschen mit Zöliakie in meinem Online-Programm dabei, ihren glutenfreien Alltag sicherer, klarer und selbstbestimmter zu leben. Dabei schaue ich über die Ernährungsfragen hinaus. Denn die körperliche Seite und die Ernährung sind nur ein Teil der Geschichte. Das Leben mit Zöliakie bringt oft auch psychosoziale Belastungen mit sich: Restaurantbesuche, Reisen, Einladungen, Partnerschaft, Familie, Kommunikation und das eigene Sicherheitsgefühl.Genau hier setzt mein Business an. Ich verbinde meine eigene Erfahrung mit Zöliakie mit meinem fachlichen Hintergrund aus Gesundheitswissenschaften, psychologischer und systemischer Beratung sowie NLP-Coaching. Die Idee ist aus meiner persönlichen Geschichte entstanden. Ich habe selbst seit über 20 Jahren Zöliakie und habe gemerkt, wie viel Begleitung es für Ernährung gibt und wie wenig Unterstützung für das, was die Diagnose innerlich und im sozialen Umfeld auslöst.

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Was war am Anfang die größte Hürde bzw. Herausforderung?

Die größte Hürde war zuerst der Mut, diesen Schritt in die Selbstständigkeit wirklich zu gehen.Ich bin nicht aus einer bestehenden Nebentätigkeit gestartet und hatte keine fertige Kundschaft im Hintergrund. Ich bin wirklich von null losgegangen. Das bedeutete: sichtbar werden, die Zielgruppe erreichen, Vertrauen aufbauen und die ersten Kundinnen und Kunden gewinnen.Dazu kam das Thema Fokus. Am Anfang wollte ich meine Selbstständigkeit auf drei Standbeinen aufbauen. Das klang erst einmal nach Sicherheit, hat mein Angebot gleichzeitig unscharf gemacht und ich hätte mich total verzettelt. Durch ein Beratungsgespräch mit der EFA wurde deutlich, dass ich meine Zielgruppe klarer schärfen darf. Ich durfte mich entscheiden: Wofür stehe ich wirklich? Wem helfe ich konkret? Und mit welchem Angebot kann ich den größten Unterschied machen?So bin ich immer stärker zu meiner eigenen Betroffenheit zurückgekommen und habe daraus meinen klaren Weg entwickelt: Menschen mit Zöliakie im Alltag ganzheitlicher zu begleiten.

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Was hat besonders gut geklappt?

Besonders gut hat von Anfang an das Netzwerken geklappt.Ich bin früh in den Austausch gegangen und habe vieles genutzt, was die Oldenburger Gründungslandschaft bietet: Gründercoaching über die Agentur für Arbeit, Angebote der EFA, Founders Table, SheConnects, IHK Business-Netzwerk, Gilde Junioren und weitere Veranstaltungen. Kontakte sind wirklich wertvoll beim Start ins eigene Business, für regelmäßige Perspektivwechsel, Wissensaustausch, Kooperationen, Sichtbarkeit und die gegenseitige Motivation.

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Hast Du Aufgaben abgegeben / Dir helfen lassen? Wenn ja, welche bzw. wie?

Ja, auf jeden Fall. Ich habe relativ früh gemerkt, dass ich nicht alles alleine lösen kann und muss.Ich habe mir u.a. Unterstützung geholt beim Businessplan, bei strategischen Fragestellungen, bei Social Media, bei meinem Flyer und bei meiner Marketingpräsenz. Außerdem habe ich verschiedene Coachings und Beratungen genutzt, zum Beispiel zu Datenschutz, Finanzen und Positionierung.Für mich war das ein wichtiger Lernprozess. Selbstständigkeit heißt für mich nicht, alles allein zu machen. Es heißt, die Verantwortung zu tragen und gleichzeitig die passenden Menschen dazuzuholen, wenn bestimmte Themen schneller, klarer oder professioneller gelöst werden können.

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Inwiefern hat die EFA eine Rolle bei Deiner Gründung gespielt?

Die EFA war für mich vor allem ein Ort für Orientierung, Austausch und klare Impulse.Besonders wertvoll war für mich das Beratungsgespräch, in dem deutlich wurde, dass meine Zielgruppen am Anfang zu breit gefasst waren. Dieser Impuls hat mir geholfen, mein Angebot klarer zu sortieren und mich stärker auf Zöliakie zu fokussieren.Außerdem habe ich verschiedene Angebote der EFA genutzt, zum Beispiel den Gründerinnen-Treff, Veranstaltungen, die Vorbilder-Reihe und die Social-Media-Beratung. Für mich war es wertvoll, aus dem eigenen Kopf herauszukommen und Rückmeldung von außen zu bekommen.

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Was hättest Du Dir seinerzeit gewünscht? Was hättest Du noch gebraucht?

Ich hätte mir noch mehr Input zu Verkauf, Marketing und Preis-Mindset gewünscht.Mein Angebot entwickle ich mit sehr viel Herz, Fachwissen und Energie. Irgendwann kommt dann der entscheidende Punkt: Dieses Angebot darf auch verkauft werden. Wie stehe ich zu meinem Preis? Wie spreche ich über mein Angebot? Wie gehe ich aktiv in die Sichtbarkeit und den Vertrieb, ohne mich zu verbiegen oder mich selbst runterzuhandeln? Gerade für Gründerinnen sind das zentrale Themen.

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Was würdest Du heute anders machen?

Ich würde mich früher fokussieren, testen und direkter mit meinem Angebot sichtbar werden. Am Anfang habe ich viel zu viel Zeit in Perfektion investiert: Website, Texte, Struktur, Angebot, Außenauftritt. Mittlerweile gehe ich immer mehr nach dem Motto: einfach Machen und Ausprobieren und später verbessern (80/20-Regel).

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Wo siehst Du Dein Business in den nächsten 5 Jahren?

In fünf Jahren möchte ich mit meinem Business eine feste Anlaufstelle für Menschen mit Zöliakie im deutschsprachigen Raum sein. Besonders für die psychische, soziale und alltagspraktische Seite der Diagnose.Ich sehe eine größere Online-Plattform, eine starke Community und verschiedene Angebote: Coaching, Kurse, Workshops, Retreats und kleine Produkte wie Reflexionskarten oder Materialien für den Alltag.Gleichzeitig sehe ich ein kleines Team an meiner Seite, das Backoffice, Organisation, Technik und wiederkehrende Abläufe übernimmt. Dadurch kann ich mich stärker auf neue Themen, Inhalte, Kooperationen und die strategische Weiterentwicklung konzentrieren.Langfristig möchte ich prüfen, wie sich die digitalen Angebote weiterentwickeln lassen, im Hinblick auf KI-Integration und in Richtung Krankenkassenfähigkeit oder digitale Gesundheitsanwendung. Und perspektivisch kann ich mir auch vorstellen, das Thema über den deutschsprachigen Raum hinaus zu denken.

Herzlichen Dank für das Interview Fenja Leib!

Weitere Informationen unter http://www.fenjaleib.com

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