Kommunikation und Ausstellungskuration
Dr. Kathleen Löwe
Klare Kommunikation für Kultur, Marken und Menschen

Zehn Fragen an Dr. Kathleen Löwe
Was ist Ihr Business und wie ist die Idee dazu entstanden?
Mein Business besteht aus zwei Bereichen: Kommunikation und Ausstellungskuration.
Im Bereich Kommunikation und Marketing berate ich Kulturinstitutionen und Einzelunternehmer:innen aller Branchen. Das kann ganz unterschiedlich aussehen:
Eine Bäckerei-Gründerin will auf Social Media sichtbar werden: Welche Plattform passt zu ihr und ihren Kund:innen? Muss es Instagram sein oder erreicht sie ihre Nachbarschaft besser über Facebook? Gemeinsam entwickeln wir eine Content-Strategie: Was will sie erzählen? Vielleicht, dass sie nur Bio-Dinkel von einem Hof 20 Kilometer entfernt verwendet. Oder dass ihr Sauerteig 48 Stunden Zeit bekommt, weil gutes Brot nicht gehetzt werden kann. Oder warum sie auf Zusatzstoffe verzichtet, obwohl es länger dauert. Solche Geschichten machen aus einem Laib Brot eine Geschichte oder
eine Künstlerin braucht eine Website, die ihre Arbeiten zeigt und potenzielle Käufer:innen direkt zu ihrem Angebot führt. Ich helfe beim Aufbau, schreibe die Texte und achte darauf, dass die Navigation intuitiv ist, sodass Besucher:innen sofort finden, was sie suchen. Aber es geht um mehr als nur Technik: Wie erzählt sie, warum sie mit Acryl statt Öl arbeitet? Oder dass sie jeden Morgen um 6 Uhr im Atelier steht, weil das Licht dann am besten ist? Solche Einblicke schaffen eine Verbindung zwischen Kunst und Mensch.
Dazu kommt meine Arbeit als freie Kuratorin. Eine Ausstellung zu kuratieren ist klassisches Projektmanagement – nur mit Kunst. Von der Idee über Werk-Auswahl, Transport, Texte, Gestaltung und Hängung bis zur Abstimmung mit Künstler:innen, Galerien und Institutionen. Am Ende soll eine Ausstellung stehen, die relevant ist und Menschen bewegt.
Manchmal schreibe ich auch über Ausstellungen, z.B. für den Oldenburger Kulturschnack, oder gebe auf LinkedIn Einblicke hinter die Kulissen von Museen.
Ich bin eher zufällig selbstständig geworden. Nach meiner befristeten Museumsstelle reiste ich durch Deutschland zu Vorstellungsgesprächen. Parallel fragten Menschen aus meinem Netzwerk, ob ich Texte schreiben oder Social Media betreuen könne. Als klar wurde, dass sie mich dafür bezahlen wollten, rief ich beim Finanzamt an – und rutschte so in die Selbstständigkeit.
Was waren die ersten Schritte?
Beim Finanzamt anrufen. Ich wollte von Anfang an alles richtig und transparent machen.
Was war die größte Hürde?
Bürokratie. Handelsregister, Transparenzregister, Steuererklärungen, Umsatzsteuer-Voranmeldungen – das kann überfordern.
Was hat besonders gut geklappt?
Aufträge zu bekommen. Mein Netzwerk hat funktioniert. Die ersten Projekte kamen durch Empfehlungen, bis heute läuft vieles über persönliche Kontakte.
Haben Sie Aufgaben abgegeben?
Ja. Steuern und Buchhaltung habe ich von Anfang an an eine Steuerberaterin abgegeben – eine der besten Entscheidungen, weil ich mich so auf meine eigentliche Arbeit konzentrieren kann.
Welche Rolle spielte EFA?
EFA war meine zentrale Informationsquelle für die ersten Schritte.
Wo melde ich was an? Welche Fristen muss ich beachten? Was sind typische Stolperfallen? All das konnte ich dort klären.
Es war sehr hilfreich, eine Anlaufstelle zu haben, die einem nicht nur sagt „mach das“, sondern auch erklärt „warum“ und „wie genau“. Das hat mir viel Unsicherheit genommen.
Was hätten Sie sich gewünscht?
Mehr wirtschaftliche Grundbildung in der Schule. Ein Verständnis dafür, wie Selbstständigkeit funktioniert und wie komplex – oder auch machbar – sie sein kann. Ich glaube, ich bin nicht die Einzige, die am Anfang überwältigt war von all den Dingen, die zu beachten sind.
Würden Sie heute etwas anders machen?
Nein. Ich bereue nichts. Der Weg mit all seinen Umwegen hat mich fachlich und persönlich wachsen lassen.
Vor- und Nachteile der Selbstständigkeit?
Nachteile sind Bürokratie und Unsicherheit durch fehlendes festes Einkommen. Für mich überwiegen die Vorteile: Freiheit in Projektauswahl und Zeiteinteilung sowie die Vielfalt meiner Arbeit – von Ausstellungen kuratieren über Texte schreiben bis Social Media-Strategien entwickeln -ich muss mich nicht auf eine Rolle festlegen. Außerdem kann ich mir aussuchen mit wem ich arbeiten möchte.
Wo sehen Sie Ihr Business in fünf Jahren?
Gute Frage! Ich plane nicht gerne zu weit voraus, weil sich Dinge oft anders entwickeln als gedacht und das ist auch okay.
Herzlichen Dank für das Interview.
Weitere Informationen zu Dr. Kathleen Löwe findet Ihr unter:
https://www.kathleen-loewe.de





