Angestellte Energieberaterin und selbstständige Coach
Norma Federbusch

Steckbrief
Fünf Fragen an Norma Federbusch
Wer oder was hat dich auf deinem Berufsweg geprägt?
Angefangen hat es mit meiner Mutter, einer sehr selbstbewussten Frau die mich und meine Schwester alleine großzog und dabei nie aufgegeben hat. Zudem meine Schwester, wir sind und sehr nah und gut befreundet, helfen und unterstützen uns gegenseitig.
Darüber hinaus haben mich Lehrer in meiner Schulzeit geprägt, besonders drei Lehrer die der Neulehrer Bewegung in der der DDR angehörten.
Seit der Wende hat mich zudem die Diskriminierung von Frauen geprägt, da auch ich gezwungen war meinen Weg zu finden ohne mich in wirtschaftliche und finanzielle Abhängigkeiten eines Mannes zu bringen.
Kannst du behaupten, dass du dich beruflich verwirklichen konntest?
Ja, ich denke schon. Als Lehrerin hatte ich diesen Weg, welcher jedoch durch die Wende beendet wurde, da ab 1992 keine Lehrer*innen eingestellt wurden. Nach der Referendarzeit bin ich in die Arbeitslosigkeit gegangen und musste mich nun anderweitig entwickeln. In dieser Zeit konnte ich mich sehr austoben, war selbstständig, habe Häuser gebaut, Immobilien gemakelt und Finanzierungen gemacht. Dazu kam ich wie die Jungfrau zum Kind. Ich bin ein lernsüchtiger Mensch und habe, immer wenn es etwas Neues zum Lernen gab, mich drauf gestürzt. Zudem hatte ich oft Glück mit meinen Vorgesetzten, die mir freie Hand gelassen haben, um selbst zu gestalten. Im Schuldienst war das weniger so, da es immer sehr formalistisch zugegangen ist und ich nicht den Gestaltungsfreiraum hatte, den ich mir gewünscht hätte, um das Beste aus den jungen Menschen rauszuholen. Außer der Arbeit mit den Kids, hat mich der Beruf nicht mehr glücklich gemacht.
Welche Schwierigkeiten oder Hindernisse hast du auf deinem Berufsweg überwunden?
Diskriminierung!
Inzwischen die Altersdiskriminierung, das ist wieder eine neue Facette, aber es passierte mir erst recht als junge Frau und junge Mutter. Du bist einfach immer zu laut, zu hübsch, zu dick, zu dünn zu irgendwas und jetzt bist du halt zu alt.
Das zweite Hindernis sind Energiefresser. Ich unterscheide die Menschen nur noch in zwei Sparten: Energiespender und Energiefresser. Ich gebe mir Mühe für meine Mitmenschen Energiespender zu sein und Energiefresser aus meinem Leben fern zu halten. Diese Menschen kosten nur Kraft, schaffen Frust und Falten, alles das was ich nicht haben will.
Was muss sich ändern damit mehr Frauen ihre beruflichen Wünsche erfüllen und umsetzen können?
Chancengleichheit in der Gesellschaft für Frauen.
Das beginnt in der Krippe mit der Prägung der Mädchen. Es muss früh angesetzt werden. Die Schule muss Lehrer*innen anders ausbilden, damit Mädchen anders geprägt werden können. Mehr und offene Möglichkeiten für junge Menschen aufzeigen, um Berufsbilder aufzubrechen, um auch in technischen Berufen mehr Frauen auszubilden.
Care-Arbeit müsste bezahlt werden und das nicht nur mit dem Mindestlohn. Care-Arbeit ist eine hochqualifizierte Arbeit. Das würde eine Gleichstellung schaffen, für Frauen die ihrem Partner den Rücken freihalten, die Kinder wohlbehütet aufwachsen, so lange es unzulänglich viele Kitas gibt. Das Grundgesetz müsste besser umgesetzt werden, um Mütter wirklich zu schützen und auch Kinder Schutz erfahren, damit sie den Kopf wirklich frei für Bildung haben. In der Schule habe ich es oft erlebt, dass Kinder nicht frei lernen konnten, da es Probleme in der Familie gab und die meisten Probleme daraus resultierten, das die Familie Kinder hatte, Stichwort Armutsrisiko.
Es gibt ein gutes Buch „Was Männer kosten - Der hohe Preis des Patriacharts“ (Anm. Autor: Boris von Heesen), in dem ausgerechnet wurde, das die Toxizität des Patriacharts den Staat jährlich 63 Mrd. Euro kostet. Dieses Geld sollte jährlich in die Förderung von Frauen fließen.
Was kannst du anderen Frauen mit auf den Weg geben?
Bleibt kämpferisch und lasst euch nicht entmutigen oder klein machen oder um es mit den Worten Rosa Luxemburgs zu sagen „ Wer sich nicht bewegt, spürt seine Fesseln nicht.“
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