Pflegefachexpertin | Oldenburg

Sibylle Lück

Pflegefachexpertin in Lehre und Beratung

Acht Fragen an Sibylle Lück

1

Frau Lück, was ist Ihr Business und wie ist die Idee dazu entstanden?

Seit 23 Jahren bin ich Lehrende in der Erwachsenenbildung, vorwiegend im Bereich der Pflege und Beratung schwersterkrankter und beeinträchtigter Menschen, vom Frühchen bis zum hochbetagten Menschen. Mein Hauptschwerpunkt ist der Palliativ- und Hospizbereich.

Und… seit fast 40 Jahren bin ich Krankenschwester.

Die Erfahrungen als Lehrende und als Praktikerin und meine große Neugierde auf das Leben, ans Lernen und an kluge, sinnvolle Zusammenhänge / Erklärbarkeiten forderten mich heraus, Pädagogik und Palliative Care zu studieren und somit wissenschaftliche Grundlagen für mich als Fachfrau zu erwerben.

Das Studium war eine meiner spannendsten und nachhaltigsten (Lebens-)Erfahrungen.

2019 habe ich beschlossen, den „Sprung in die Selbstständigkeit“ zu wagen und mein Stück „erworbene Freiheit“ nach meinen Vorstellungen weiter auszubauen. Durch meine langjährige nebenberufliche Lehrtätigkeit hatte ich mir seit Jahren schon ein gutes Netzwerk aufgebaut, was ich dann angepasst und auch zum Teil neu konstruiert habe.

Meine „eigene Frau“ zu sein, mit anderen Menschen zusammen und an eigenen Träumen und Visionen weiter zu arbeiten, dafür musste ich erstmal älter werden, mutig und auch ein Stück „lebensgelassener“.

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Was war am Anfang die größte Hürde bzw. Herausforderung?

Die Selbstständigkeit zu erfahren, zu erlernen, das Stück Freiheit mit Leben zu füllen, war anfangs nicht leicht. Ich habe zuvor ganz viele Jahre im Schichtdienst, im Team und im „Wirtschaftsunternehmen Krankenhaus“ gearbeitet, musste mich anpassen, einfügen, oft funktionieren. Meine größte Herausforderung war es, endlich für mich (allein) mehr Verantwortung zu übernehmen, was ich immer wollte. Dazu gehörte ein Einlassen auf Neues - in Verbindung mit Bekanntem und Bewährtem. Dazu gehörte auch Mut und etwas positive Gelassenheit. Und Menschen, die an mich glauben und mich so lassen, wie ich bin.

3

Was hat besonders gut geklappt?

Meine langjährige Lehrtätigkeit mit neuen Ideen zu füllen, auszuprobieren, ohne den Druck von belastenden (Neben-) Gedanken einer einnehmenden, nur strukturierten Arbeitswelt, das hat mir viel „Luft zum Atmen“ verschafft und Lebensfreude.

Und ich habe alle meine Kooperationspartner behalten, habe Netzwerkverbindungen neu ausgebaut und viele interessante Menschen kennengelernt.

Besonders interessant waren Seminare bei der EFA und beim C3L (Universität Oldenburg).

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Haben Sie Aufgaben abgegeben / sich helfen lassen? Wenn ja, welche bzw. wie?

Ich habe meine Buchhaltungsgeschäfte anfangs mit Unterstützung meines Lebensgefährten bewältigt. Es war mir damals kaum möglich, einen passenden Buchhaltungskurs für mich zu finden.

Inzwischen habe ich gelernt und bin finanziell in der Lage, wichtige Dinge – die mich zeitlich oder kognitiv belasten, in gute kompetente Hände ganz abzugeben.

Auch konnte ich mir Wissen und Rat von Institutionen holen, z. B. der EFA, bei meinem Steuerberater, von der Universität, aber auch bei der Rentenberatung und Krankenkasse. Das hat mir, besonders am Anfang, sehr geholfen.

Einer meiner wichtigsten Berater war (m)ein Coach, der mich in vielen Entscheidungsfindungen sehr gut unterstützt hat und immer, auch mit gesundem Humor, eine Vielfalt von Fragen und Perspektiven zur Hand hatte.

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Inwiefern hat EFA eine Rolle bei Ihrer Gründung gespielt?

Die EFA war das Beste, was mir passieren konnte. Sie war mein „Mut–Macher“, hat mir auch bei der Abschlusskontrolle meines Business-Planes geholfen und hat mich begleitet, von Anfang an. Die Beratung war sehr kompetent und freundlich, mit viel Geduld und Verständnis.

Sehr gut waren auch die Seminarangebote mit erfahrenen und interessanten Menschen.

6

Was hätten Sie sich seinerzeit gewünscht? Was hätten Sie noch gebraucht?

Mehr Zeit für mich, mehr Gelassenheit. Ich bin manchmal eine Perfektionistin, damit steht man sich auch mal selbst im Weg.

Vielleicht auch noch etwas mehr Austausch mit anderen. Ich habe immer noch viele Ideen im Kopf.

Manchmal hatte ich mir gewünscht, in jüngeren Jahren die Selbstständigkeit aufgebaut zu haben, mit mehr Schwung und Energie. Aber ich weiß auch, dass dann viel Arbeits- und Lebenserfahrung gefehlt hätte, kompetent und wissend zu argumentieren und zu lehren.

An der Energie fehlt es bis heute nicht.

7

Was würden Sie heute anders machen?

Eigentlich würde ich es fast genauso machen wie zu Anfang meiner Selbstständigkeit.
Aber ich würde tatsächlich heute noch weiter studieren. Ich habe immer wissenschaftlich denken, schreiben und kommunizieren lernen wollen. Jetzt, nach Jahren meines Studiums, lerne ich die Bedeutung von wissenschaftlicher Lehre immer gezielter zu verstehen und umzusetzen.

Ich habe es nie bereut, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, auch nicht zu Corona–Zeiten.
Das war schwer und eine Herausforderung, aber machbar.

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Wo sehen Sie Ihr Business in den nächsten 5 Jahren?

Ich möchte meine Lehrtätigkeit weiter ausbauen, bin dabei schon mittendrin. Meine Beraterinnentätigkeit spielt mit meinen Praxiserfahrungen eine große Rolle.

Lehre und Beratung klug und interessant miteinander zu verbinden, ist mein Ziel für die nächsten Jahre.

Außerdem habe ich begonnen, ein Buch zu schreiben, über meine persönliche Lebensphilosophie.

Herzlichen Dank für das Interview Frau Sibylle Lück!

Weitere Informationen zum Business von Frau Sibylle Lück finden Sie unter www.sibyllelueck.de

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