Gebietsleitung im Modeeinzelhandel

Silke Offeney

Steckbrief

  • Alter: 57
  • Beruf: Gebietsleitung im Modeeinzelhandel tredy Fashion GmbH
  • Berufsausbildung:
    Hotelfachfrau
  • Hobbies:
    Naturverbunden, Boot fahren auf der Mecklenburger Seenplatte, mit Freunden zusammen zu sein

Fünf Fragen an Silke Offeney

1

Wer oder was hat dich auf deinem Berufsweg geprägt?

Ich bin fürsorglich auf einem Bauernhof mit Gaststättenbetrieb in der Magdeburger Börde aufgewachsen. Meine Eltern waren beide berufstätig und wir Kinder mussten schnell Verantwortung übernehmen. Ich war eine ehrgeizige Schülerin in einem strengen System. Disziplin und Ordnung wurde uns schon im Kindergarten vermittelt. Nach der Schule wurde ich als Hotelfachfrau in Magdeburg ausgebildet. Dies war eine Umstellung für mich, da ich auf dem Land aufwuchs. Nach der Ausbildung bin ich im Hotel geblieben und wurde zur jüngsten Oberkellnerin durch meine Vorgesetzten ausgebildet und gefördert.

2

Kannst du behaupten, dass du dich beruflich verwirklichen konntest?

In meiner beruflichen Laufbahn hat mich meine Sozialkompetenz, der Umgang mit Menschen
und das Bestreben etwas zu verändern nach vorn gebracht.
Mein erster Berufswunsch war es Lehrerin zu werden und jetzt bin ich dabei, aus einem Wunsch,
Wirklichkeit werden zu lassen, indem ich Menschen in den Filialen des Unternehmens schule, unterstütze und ihnen Raum gebe sich zu entwickeln und erfolgreich zu sein. Durch das Glauben an die Potentiale der Mitarbeiter*innen versuche ihre Stärken zu erkennen und sie zu fördern (das Beste aus ihnen heraus zu kitzeln).

3

Welche Schwierigkeiten oder Hindernisse hast du auf deinem Berufsweg überwunden?

Vor meinem Umzug vor 23 Jahren von Magdeburg nach Wildeshausen habe ich in einer Hotelfachschule gearbeitet. Es war damals eine große Herausforderung mit zwei Kindern (heute 34 und 32 Jahre), da ich für meinen Ausbildungsschein immer in den Abendstunden lernen musste. Die Kinderbetreuung in Schule und Kindergarten waren und musste organisiert sein. Die Ausbildung von Jugendlichen bis zum Abschluss der Ausbildung hat mir sehr viel Spaß gemacht. Zudem Zeitpunkt dachte ich, dass dies meine Erfüllung sei. Doch es ging immer weiter und Dinge veränderten sich.
Die Gründung einer sogenannten „Ich AG“ war eine weitere Stufe, Erfahrungen zu sammeln. Dazu kam es, durch eine Bewerbung bei der ich 2007 in einer Bewerbungsrunde als Modeverkaufsberaterin in Wildeshausen entdeckt wurde.
Ich denke, dass meine Chefin damals meine Kompetenzen und mein Potential erkannt hat. Es war ein junges, noch unbekanntes, Unternehmen. Die berufliche Reise ging für mich weiter. Ich durchlief noch eine spezialisierte Ausbildung, zugeschnitten auf das junge Unternehmen und deren Bedürfnisse. In meiner Verantwortung lag es nun, weitere Filialen zu eröffnen, neue Mitarbeiter*innen zu finden und auszubilden, und als Filialgruppenmanagerin, die Filialen konkurrenzfähig und erfolgreich zu machen.
Durch mein Selbstvertrauen in meine Fähigkeiten und meine persönliche Entwicklung wurde ich erneut auf eine neue Herausforderung vorbereitet.
Seit 2017 bin ich verantwortlich für 80 Filialen mit ca. 250 Modeverkaufsberaterinnen. Ich bilde immer noch Mitarbeiter*innen aus und unterstütze unsere vier Filialgruppenmanager*innen, welche verantwortlich für jeweils 20 Filialen sind.
Sehr viel Fleiß und Bereitschaft neue Wege zu gehen, sich auf Veränderungen einzulassen und geduldig zu sein, haben meinen Berufsweg begleitet. Disziplin durch- und auszuhalten sind mein Rezept, um Menschen zu begeistern und zu überzeugen.
Von mir und der Sache überzeugt zu sein und Spaß zu haben, sind für mich die wichtigsten Eigenschaften, die mich stets durch mein Leben begleiten.

4

Was muss sich ändern damit mehr Frauen ihre beruflichen Wünsche erfüllen und umsetzen können?

Kinderbetreuung!
Ein gesichertes, familiäres Umfeld und eine Erziehung, die das Selbstvertrauen der Frauen aufbaut.

5

Was kannst du anderen Frauen mit auf den Weg geben?

Glaubt an Euch und habt Spaß an dem was ihr tut. Traut euch einen Beruf als Quereinsteiger*in zu wählen. Ich habe viele Mitarbeiter*innen kennenlernen dürfen, die sich getraut haben, lernen wollten und durch Fleiß, Engagement und Begeisterung einem neuen Beruf als Modeberater*in gefunden haben.

Das Interview führte Julia Bäcker. Fotos: Björn Knölke

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